Haltungsstufen von Legehennen

Woher kommen eigentlich unsere Eier? Wenn wir nicht gerade die Hühner im eigenen Garten oder den Bauern mit einsehbarem Auslauf um die Ecke haben, bleibt das für viele Verbraucher oft ein großes Mysterium. Und das, obwohl wir Deutschen Eier in absurden Mengen produzieren und verbrauchen. In diesem Artikel wollen wir Licht in das Dunkel um die Kennzeichnungen und Begriffe rund um die klassischen Supermarkteier bringen.

Eines müssen wir vorweg sagen, denn das Thema beschäftigt uns seit geraumer Zeit intensiv: Egal wie sie gehalten werden, jede dieser Legehennen wird nach 12-16 Monaten, wenn ihre Legeleistung nachlässt, beim Schlachter entsorgt. Für wenige Cent pro Tier und dem Fleisch, was wir vermutlich in fertigen Suppen oder Wurst gar nicht mehr wiedererkennen.

In Deutschland besteht die Pflicht, Verbraucher über die Herkunft der Eier zu informieren. Dies geschieht zum einen durch die Kennzeichnung auf der Verpackung und zum anderen durch den Aufdruck direkt auf jedem einzelnen Ei.

Unterschieden werden hauptsächlich 3 Haltungsstufen: Boden, Freiland und Bio. Eine 4. Stufe ist ebenfalls noch zulässig, aber glücklicherweise kaum noch in Gebrauch. Die Rede ist hier von der Kleingruppenhaltung, eine Abwandlung und kleine Verbesserung gegenüber der Käfighaltung. In der alten, bis vor einem Jahrzehnt am meisten genutzten Haltungsstufe in Deutschland, lebten die Hennen ihr Leben lang  in winzigen Drahtkäfigen. In der Kleingruppenhaltung werden bis zu 65 Tiere in Käfigen, idR im Etagensystem, gehalten, haben aber immerhin eine Sitzstange, Einstreu und ein Nest. Diese Haltungsstufe wurde mit Beschluss von November 2015 verboten und läuft bis 2025 endgültig aus.

Die 3 Klassischen Haltungsstufen:

Bodenhaltung: 0,11qm Stallfläche pro Huhn und kein Freilauf

Freilandhaltung: 0,11qm Stallfläche und 4qm Auslauf pro Huhn

Biohaltung/ ökologische Haltung: 0,16qm Stallfläche und 4qm Auslauf und Futter aus ökologischem Anbau/ gentechnikfreies Futter

So die nackten Fakten. Die Ställe sind idR ähnlich ausgestattet. Sie müssen über einen eingestreuten Bodenbereich verfügen, auf dem die Hühner scharren können. Über Sitzstangen und Nester, die normalerweise platzsparend im Etagensystem angeordnet sind.

Das heißt in Boden- und Freilandhaltung, welche laut BMEL 80% aller Betriebe ausmachen, leben  9 Hühner auf 1 qm Stall. Das ist grob gesagt die Fläche der meisten herkömmlichen Duschen in unseren Bädern. Stellen Sie sich das nächste Mal in Ihre Dusche und überlegen sie, dass da jetzt 9 Hühner ihr Leben lang herumstehen, schlafen, fressen und Eier legen müssen.

Kennzeichnung unserer Eier:

Auf unseren Eiern findet sich eine Nummer, mal in rosa, mal in schwarz, aber immer mit dem gleichen Aufbau:

eine Ziffer – Buchstaben – eine Nummer.

Die Ziffer steht für die Haltungsform. 0 ist ökologische Haltung, 1 ist Freilandhaltung, 2 ist Bodenhaltung und die 3 die Kleingruppenhaltung. Die Buchstaben stehen für das Herkunftsland. Bei uns sind das in der Regel entweder Deutschland oder die Niederlande. Die Nummer ist die spezifische Nummer des Betriebs und des Stalls. Da die meisten Betriebe mehrere Stallanlagen auf ihrem Gelände haben.

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Und so ist es jedem von uns jederzeit möglich, nachzuvollziehen, was für ein Leben das Huhn hinter unserem Ei wohl führt. Zumindest wenn man nur die nackten Fakten betrachtet.

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