Der Name als Kommando

Das erste Kommando, was häufig gar nicht als solches verstanden wird, ist der Name des Hundes. Korrekt eingesetzt wird er zum wertvollen Trainingswerkzeug. Umso wichtiger, dass wir dieses Ass nicht einfach verspielen.

Für den Hund ist sein Name zunächst nichts anderes, als ein Laut, den Menschen immer dann ausstoßen, wenn sie den Hund ansprechen. Der Hund merkt schnell, dass er mit dem Wort gemeint ist.

Mit dieser ersten Verknüpfung beginnt auch gleich die erste Verwendung in der Erziehung. Der Name des Hunds wird als Aufmerksamkeits- oder Vorbereitungskommando eingesetzt. Quasi ein Vor-Kommando.

“Achtung, ich will etwas von dir! Aufmerksamkeit zu mir, gleich folgt ein Kommando!”

Im Training nutzen wir Menschen das instinktiv, indem wir den Hund zuerst ansprechen, bevor das tatsächliche Kommando folgt. In der Hundeschule hört sich das dann etwa so an:

“Bello – Sitz …. Braver Hund!” oder “Bello. Hier!”

Den Namen des Hundes als Kommando zu etablieren und den Hund darauf zu konditionieren, sich bei der Nennung seines Namens auf den Menschen zu konzentrieren, bringt gleich mehrere Vorteile. Zum einen wird das spätere Training erleichtert, denn der Hund lernt schnell, sich an seinem Besitzer zu orientieren. Zum anderen gewöhnen wir Menschen uns ab, den Namen inflationär im Alltag zu verwenden.

Hand aufs Herz: wie oft quatschen Sie einfach so mit Ihrem Hund? Wie oft sprechen Sie ihn einfach so mal an? Und wie oft benutzen Sie seinen Namen und er muss aus dem Tonfall heraushören, ob das jetzt das Synonym für ‘Nein’ oder ‘Hier’ oder ‘Brav’ darstellen soll?

Wir neigen dazu, den Namen des Hundes völlig falsch einzusetzen und uns damit selbst einer fantastischen Trainingshilfe zu berauben. Der Name – und Kommandos – sind häufig durch unser ständiges Gequatsche verwässert und geschwächt. Oder wir benutzen den Namen anstatt des eigentlich richtigen Kommandos wahlweise als ‘Nein, Hier’ oder was auch immer. Das das keine effektive Art der Kommunikation ist, sollte uns doch eigentlich allen klar sein. Viel zu oft denken wir nur nicht darüber nach.

Es lohnt sich also, direkt vom ersten Tag an mit dem Hund seinen Namen zu üben. Das würde dann beispielsweise so aussehen:

Halten Sie in der Hand ein Leckerli und sagen den Namen des Hundes. Schaut dieser zu Ihnen: ‘Brav’ und Keks. Ganz am Anfang, wenn der Hund noch nicht an engen Kontakt zu seinem Besitzer gewöhnt ist, kann man auch einfach bei dem Namen das Leckerli auf den Boden fallen lassen. Er wird sehr schnell mitbekommen, dass bei den Namen auch immer etwas Gutes folgt und es sich lohnt, sich an seinen Besitzer zu wenden.

Achtung: Das sollte immer geschehen, wenn Besitzer und Hund in unmittelbarer Nähe zueinander sind. Schließlich soll der Name kein verstecktes ‘Hier’ werden. Das Ziel ist Blickkontakt und Aufmerksamkeit!

Der Hunde wird zunächst konsequent, später in Intervallen für das Reagieren auf seinen Namen belohnt. Sitzt diese Konditionierung kann man mit der weiteren Erziehung und dem Grundgehorsam (Nein, Sitz, Platz, Bleib, Hier) starten. An diesem Punkt wird dann nicht länger der Blickkontakt beim Ertönen des Namens belohnt, sondern das Ausführen und Halten des "zweiten" Kommandos. Mehr dazu in einem späteren Artikel zu den Grundkommandos.

  1. "Bello" - Blickkontakt - Keks
  2. "Bello" - Blickkontakt - "Sitz" - Hund wird in sitzende Position geführt - Keks
  3. "Bello" - Blickkontakt - "Sitz" - Hund setzt sich - Hund bleib sitzen - Auflösungskommando bspw. "Fein" + Keks

Viel Spaß beim Üben!

 

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