Zusammenführung von Hunden

Bei der Anschaffung oder Adoption eines Tieres muss man neben der Kompabilität mit der eigenen Persönlichkeit und den Lebensumständen auch immer bereits vorhandene Haustiere beachten. Lebt bereits ein Hund im Haushalt, so muss auf seinen Charakter und seine Lebensumstände ebenso Rücksicht genommen werden. 

Tut man dem Senior wirklich einen Gefallen mit einem hyperaktiven Teenager? Braucht die schüchterne Träumerin einen Macho oder lieber einen gemütlichen Sofapartner an ihrer Seite? Eine erste Einschätzung über Charakter und Verträglichkeit des neuen Hundes geben Tierschützer zwar meist ab, man muss sich aber immer im Klaren sein, dass dies lediglich Momentaufnahmen sind und noch dazu in Extremsituationen (unbekannte Umgebung/Menschen/Situation, Zwinger, andere Tiere) entstanden.

Ist die Entscheidung gefallen, wird der Einzug des neuen Vierbeiners organisiert und auch hier gibt es einiges zu beachten. Einige Tierheime oder Pflegestellen bieten unter Umständen an, bereits in Vorbereitung auf den Umzug eine Decke mit dem Geruch des jeweils anderen Hundes zu tauschen, sodass sich die Hunde bereits über den Geruch kennen lernen können.

Für die Ankunft des neuen Hundes im Haushalt sollte man das erste Aufeinandertreffen möglichst ruhig und wenig konfrontativ gestalten. Lässt man die Hunde einfach aufeinander los, provoziert man nicht nur Ärger sondern verliert auch jede Kontrolle über die Situation.

Die Hunde treffen sich am besten auf “neutralem” Terrain, also nicht in den eigenen Wohnräumen und nicht im Garten. Jeder noch so liebe Althund kann zickig werden, wenn da ein Fremder einfach in sein Revier stolziert!

Besser ist es deshalb, wenn einer der Besitzer den Althund nach draußen bringt und dort der Neuhund mit einem anderen Haushaltsmitglied oder neutralem Dritten entspannt seines Weges läuft. Ein Mini-Spaziergang, bei dem die Hunde zunächst mit etwas Abstand hintereinander und schließlich nebeneinander laufen ist für Viele die beste Art des Treffens. Das bietet beiden die Möglichkeit, sich in einer möglichst entspannten (und von „normalen“ Spaziergängen mit Hundekontakten bekannten) Situation näherzukommen. Das Laufen in die gleiche Richtung mit den gemeinsamen Menschen schafft die ideale Situation für ein diskretes Beschnuppern.

Generell gilt: nicht frontal aufeinander, sondern parallel zueinander.

Bei Hunden, deren Verhalten noch nicht eingeschätzt werden kann, lohnt sich die Anschaffung einer Hausleine. Diese ist im Grunde die kleine Schwester der Schleppleine. Sie wird am Geschirr des Hundes befestigt und er kann sie den ganzen Tag am Körper mit sich tragen. Der Besitzer kann so schnell eingreifen, wenn der Hund plötzlich aggressives Verhalten zeigt. Aufgrund von Verletzungsgefahr sollte der Hund die Leine nur unter Aufsicht und nicht beim Schlafen tragen.

Ein kleiner Nachtrag noch zu der einen Frage, der sich jeder Hundebesitzer irgendwann gegenüber sieht: Laufen lassen oder eingreifen? Zwischen Helikopterhundehaltern und der Hunde-machen-alles-unter-sich-aus-Fraktion liegen Welten und irgendwo in der Mitte liegt mit Sicherheit auch eine Wahrheit. EINE Wahrheit, eine von unendlich vielen. Denn die kann für jeden Halter und jeden Hund komplett anders aussehen.

An dieser Stelle möchte ich auf Ihr Vertrauen in das eigene Bauchgefühl plädieren. Beobachten Sie Ihre Hunde. Fühlt sich einer sichtlich unwohl, zeigt Dauerstress oder kommt es gar zu Verletzungen, sollte die erste Maßnahme eine Trennung der Hunde sein. Hierfür reicht bereits ein Babygitter, dass ein Zimmer abtrennt vom Rest. Und dann suchen Sie sich eine ausgebildete Fachkraft. Eine Hundezusammenführung ist kein Hexenwerk, aber es sind komplexe Beziehungsgefüge, die sich innerhalb eines Haushalts aufbauen und für großes Glück aber auch großen Kummer sorgen können. Der objektive, professionelle Blick eines Außenstehenden kann da manchmal Gold wert sein.

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