Eine kleine Straßenhündin

Wenn wir von unseren Kastrationsaktionen berichten, dann immer aus einer Vogelperspektive und im Zeitraffer. Viel zu schnell verliert man die vielen Einzelschicksale, die kleinen Seelen, aus den Augen. Ja, es sind die 20, 30, 40 Hunde und Katzen am Tag. Es sind aber auch die scheue Hündin vor dem Supermarkt mit den hoffnungsvollen Augen, der immer hungrige Rüde an der Schäferei, die Katze, die sich gern auf der Parkbank vor dem Rathaus sonnt. …

Ein Schicksal berührt unser Vereinsmitglied vor Ort besonders: eine abgemergelte etwas ältere Straßenhündin. Eine Kämpferin mit viel Misstrauen im Herzen. Eine Anwohnerin füttert die Hündin, wenn es Futter gibt. Und es gelingt ihr tatsächlich, die Streunerin an einem der Aktionstage einzufangen. Die Hündin hat gerade wieder Welpen, deshalb kommt sie an dem Tag als Allererste dran, um schnell wieder zurück zu gehen.

Die Anwohnerin kann ihre Erleichterung nur schwer in Worte fassen. Sie hat die Hündin lange beobachtet. Zweimal im Jahr wie ein Uhrwerk hatte sie bisher Welpen. Wie viele von ihnen erwachsen wurden, kann nicht eingeschätzt werden. Nie wieder. Dies ist ihr letzter Wurf, der letzte Kampf einer Mutter um das Überleben ihrer Babys.

Nach der OP und Aufwachphase läuft sie torkelnd die Straße hinunter, ein klares Ziel vor Augen. Sie sucht ihre Jungen. Sie wird ihre Welpen versorgen, die Anwohnerin wird sie versorgen und bald schon wird ihr Leben eine große Sorge weniger haben.

Wir senden ihr die wärmsten Wünsche mit auf den Weg.

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